Antonia Werr Zentrum

Melanie – Ein Heimkind kämpft sich durch

Ein Heimkind kämpft sich durch

Melanie ist 19. Das Antonia-Werr-Zentrum nennt sie ihr Zuhause - es ist ein Heim für traumatisierte Mädchen. Mit acht Jahren kam Melanie erstmals in ein Kinderheim. Nun muss sie in ein paar Wochen ausziehen. Wie wird sie zurecht kommen?

Seit fünf Jahren wohnt Melanie im Antonia-Werr-Zentrum, einer heilpädagogischen Einrichtung der Oberzeller Franziskanerinnen für traumatisierte Mädchen, auf dem Land, 40 Kilometer von Würzburg entfernt.

Melanies Protest

Mit 14 Jahren wurde sie von ihren Pflegeeltern, einem evangelischen Pfarrerehepaar, hier abgegeben - verstört, voller Wut, voller Trauer. Ihre Pflegeeltern mussten sich eingestehen, dass sie mit Melanie und ihrem jüngeren Bruder überfordert waren. Auch wenn sie nur das Beste wollten. Sie hatten die beiden aus einem Kinderheim geholt und wollten ihnen eine Familie bieten - was bei Melanies Vorgeschichte nicht möglich war.

Melanies Kindheit

Melanie ist in Passau aufgewachsen - aber nicht auf der Sonnenseite. Ihre Mutter ist 18 Jahre alt, als Melanie zur Welt kommt, zwei Jahre später wird ihr Bruder Dominik geboren. Dominik ist kaum ein Jahr alt, da flüchtet die Mutter vor ihrem alkoholkranken und gewalttätigen Mann ins Frauenhaus. Doch auch die Mutter hat Probleme mit dem Alkohol. Mit neun Jahren holt das Jugendamt Melanie und ihren Bruder aus der verwahrlosten Wohnung und bringt sie ins Kinderheim. Doch auch dort geht Melanies Leidensgeschichte weiter. Erst im Antonia-Werr-Zentrum fängt sie an, dem Leben wieder zu vertrauen und sich auf eigene Füße zu stellen.

Schulabschluß, Ausbildung, Freiheit

Im Zentrum ändert sich in den ersten beiden Jahren nicht viel: Melanie provoziert ihre Erzieherinnen, versucht wegzulaufen. In der Schule macht sie kaum Fortschritte. Die Erzieherinnen geben nicht auf. Erst nach zwei Jahren arrangiert sich Melanie mit ihrer Situation und beginnt für sich zu kämpfen. Sie macht ihren Schulabschluss, kann ihre Ausbildung als Hauswirtschafterin im Zentrum beginnen. Melanie genießt die Abgeschlossenheit der Einrichtung. Sie fühlt sich beschützt. Das Antonia-Werr-Zentrum wird ihr Zuhause, ihre Familie.

Nun muss sie ausziehen. Sie hat einen Job in Würzburg bekommen. Doch sie hat Angst vor der Stadt, den vielen Menschen, dem Alleinsein. Wie wird es ihr ergehen?

Alexia Späth hat Melanie bei ihren mühsamen Schritten in die Selbstständigkeit begleitet.

Autor: Alexia Späth, Quelle: http://www.br.de/themen/religion/melanie-heimkind-antonia-werr-118.html

Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link: http://www.br.de/themen/religion/antonia-werr-kinderheim-100.html

Sendetermine:

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